In vielen deutschen Unternehmen ist Englisch längst Alltagssprache. Meetings mit internationalen Teams, E-Mails an Lieferanten, Präsentationen für Investoren. Viele Mitarbeitende sprechen gut Englisch, und so liegt der Gedanke nahe, auch wichtige Texte selbst zu übersetzen. Doch gerade bei Verträgen, Websites oder Geschäftsberichten zeigt sich schnell der Unterschied zwischen gutem Schulenglisch und einer professionellen Übersetzung.

Dieser Beitrag erklärt, wo die typischen Fallstricke liegen und wie Unternehmen englische Texte erhalten, die bei Kunden und Partnern überzeugen.

Denglisch erkennt man sofort

Englische Muttersprachler bemerken übersetzte Texte oft schon nach wenigen Zeilen. Typische Merkmale sind deutsche Satzstellung, zu lange Sätze, wörtlich übertragene Redewendungen und falsche Freunde. Wer „eventually“ im Sinne von eventuell verwendet oder ein „Handy“ anbietet, sorgt bei britischen oder amerikanischen Lesern bestenfalls für Schmunzeln.

Ein holpriger englischer Text wirkt unprofessionell, auch wenn Produkt und Leistung erstklassig sind. Gerade im Wettbewerb mit internationalen Anbietern kann das den Ausschlag geben.

Britisches oder amerikanisches Englisch?

Englisch ist nicht gleich Englisch. Britisches und amerikanisches Englisch unterscheiden sich in Rechtschreibung, Wortwahl, Datumsformaten und Zeichensetzung. Aus „colour“ wird „color“, aus „organise“ wird „organize“, der Aufzug ist mal ein „lift“, mal ein „elevator“. Hinzu kommen Varianten für Australien, Kanada oder Indien. Ein Unternehmen sollte sich für eine Variante entscheiden und sie konsequent in allen Texten verwenden.

Fachsprache verlangt Fachwissen

Ein Arbeitsvertrag, eine Betriebsanleitung und eine Werbebroschüre stellen völlig unterschiedliche Anforderungen. Juristische Texte brauchen Übersetzer, die die Unterschiede zwischen deutschem Recht und Common Law kennen. Technische Texte verlangen Verständnis für Normen und Abläufe. Marketingtexte wiederum leben von Tonalität und Sprachgefühl.

  • Verträge, AGB und Datenschutzerklärungen
  • Websites, Produkttexte und Werbekampagnen
  • Bedienungsanleitungen und technische Dokumentation
  • Geschäftsberichte und Investorenpräsentationen
  • Personaldokumente und Schulungsunterlagen

Qualitätsstandards im Überblick

Professionelle Übersetzungsdienstleister arbeiten nach klar definierten Abläufen. Die internationale Norm ISO 17100 legt fest, welche Qualifikationen Übersetzer und Revisoren haben müssen und dass jede Übersetzung von einer zweiten Person geprüft wird. Dieses Vier-Augen-Prinzip ist einer der wichtigsten Unterschiede zur Eigenübersetzung im Unternehmen.

Der Wert eines erfahrenen Partners

Ein guter Übersetzungspartner denkt mit. Er fragt nach Zielgruppe, Verwendungszweck und gewünschter Sprachvariante. Er baut ein Glossar mit Ihren Fachbegriffen auf und sorgt dafür, dass alle Texte einheitlich klingen. Bei PoliLingua erhalten Unternehmen eine professionelle Englisch Übersetzung durch muttersprachliche Fachübersetzer, auf Wunsch auch beglaubigt und in britischem oder amerikanischem Englisch.

Nicht nur schriftliche Texte stellen Unternehmen vor Herausforderungen. Bei Verhandlungen, Konferenzen und Messeauftritten müssen Gespräche oft in Echtzeit übertragen werden. Ein erfahrener übersetzungsdienst vermittelt dafür qualifizierte Dolmetscher, die Fachbegriffe sicher beherrschen und diskret arbeiten. Wer Dolmetscher und Übersetzer aus einer Hand bezieht, profitiert von abgestimmten Begriffen und einheitlicher Qualität.

Interne Ressourcen sinnvoll nutzen

Das bedeutet nicht, dass das Englischwissen im eigenen Haus wertlos wäre. Im Gegenteil: Mitarbeitende mit guten Sprachkenntnissen sind ideale Ansprechpartner für die Übersetzer. Sie kennen die Produkte, können Fachfragen beantworten und die fertige Übersetzung inhaltlich prüfen. Die sprachliche Ausarbeitung sollte aber bei Profis liegen, die täglich in ihre Muttersprache übersetzen.

Verträge mit englischsprachigen Partnern

Besondere Vorsicht ist bei zweisprachigen Verträgen geboten. Begriffe wie „Gewährleistung“, „Garantie“ und „Haftung“ haben im deutschen Recht eine genaue Bedeutung, die sich nicht automatisch mit „warranty“, „guarantee“ oder „liability“ deckt. Ein juristischer Fachübersetzer kennt diese Unterschiede und weist auf Stellen hin, an denen eine Klärung durch die Rechtsabteilung sinnvoll ist. Außerdem sollte im Vertrag eindeutig festgelegt werden, welche Sprachfassung im Streitfall gilt.

Websites und Suchmaschinen

Eine englische Website soll nicht nur gut klingen, sondern auch gefunden werden. Englischsprachige Kunden suchen mit anderen Begriffen als deutsche. Eine gute Übersetzung berücksichtigt deshalb die Suchbegriffe im Zielmarkt und passt Seitentitel, Meta-Beschreibungen und Überschriften an. Wer hier spart, investiert in eine englische Seite, die kaum Besucher bekommt.

Maschinelle Übersetzung mit Augenmaß

KI-gestützte Übersetzungsprogramme liefern bei Deutsch und Englisch erstaunlich flüssige Texte. Für den internen Gebrauch können sie hilfreich sein. Bei veröffentlichten oder rechtlich relevanten Texten fehlen ihnen jedoch Fachkontext und Verantwortung. Zudem gelangen vertrauliche Daten unter Umständen auf fremde Server. Eine Kombination aus maschineller Vorübersetzung und vollständiger Nachbearbeitung durch Fachübersetzer kann bei großen Textmengen ein sinnvoller Mittelweg sein.

Pressemitteilungen und Unternehmenskommunikation

Auch in der Unternehmenskommunikation zeigt sich der Unterschied. Eine deutsche Pressemitteilung folgt häufig einem sachlichen, detailreichen Stil. Englischsprachige Journalisten erwarten dagegen eine knappe Überschrift, einen starken Einstieg und ein Zitat, das sich gut weiterverwenden lässt. Ein erfahrener Übersetzer passt Aufbau und Ton entsprechend an, statt jeden Satz wörtlich zu übertragen. Dasselbe gilt für Newsletter, Beiträge in sozialen Netzwerken und Reden der Geschäftsführung. Wer international kommuniziert, sollte außerdem eine kleine Stilrichtlinie für Englisch erstellen. Sie legt fest, welche Sprachvariante gilt, wie Produktnamen geschrieben werden, ob Kunden eher förmlich oder locker angesprochen werden und welche Begriffe tabu sind. Eine solche Richtlinie erleichtert jedem Übersetzer den Einstieg und sorgt dafür, dass das Unternehmen in allen Kanälen mit einer Stimme spricht.

Kosten und Planung

Die Kosten einer Übersetzung hängen von Umfang, Fachgebiet und Liefertermin ab. Translation-Memory-Systeme senken die Kosten bei wiederkehrenden Inhalten spürbar, etwa bei Produktkatalogen oder regelmäßig aktualisierten Websites. Planen Sie Übersetzungen frühzeitig in Projekte ein, damit keine teuren Eilzuschläge entstehen und genügend Zeit für Rückfragen bleibt.

Fazit

Gute Englischkenntnisse im Team sind ein Gewinn, ersetzen aber keine professionelle Übersetzung. Wer international überzeugen will, braucht englische Texte, die klingen, als wären sie dort geschrieben worden. Mit einem erfahrenen Partner, klaren Vorgaben und einem gepflegten Glossar wird Englisch vom Risiko zum Wettbewerbsvorteil.